Düsseldorf (dpa/lnw) – Immer neue Razzien in Shisha-Bars und Wettbüros: Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen gehen weiter mit hohem Druck gegen Clan-Kriminalität arabischstämmiger Familien vor. Seit Juli 2018 gab es landesweit insgesamt 1886 Kontrollaktionen der Polizei in dem Milieu, bei denen 4796 Objekte von den Ermittlern durchsucht worden sind, wie aus einer Auswertung des NRW-Innenministeriums für die «Rheinische Post» (Mittwoch) hervorgeht.

In diesem Zeitraum stellten die Fahnder demnach bei Maßnahmen gegen kriminelle Clan-Mitglieder 2600 Strafanzeigen. Es seien 5176 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und 12 536 Verwarngelder ausgesprochen worden, wie es hieß. Außerdem habe es 754 sogenannte freiheitsentziehende Maßnahmen gegeben. Hinzu kämen Maßnahmen anderer Behörden wie des Zolls und der Ordnungsämter.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dem Blatt: «Vor vier Jahren haben wir ein ziemlich heißes Eisen angepackt, aber wir haben uns nicht die Finger verbrannt.» Der Minister lobte die eigenen Behörden: «Wir sind in unserem Kampf gegen die kriminellen Clans in der ersten Liga angekommen: bei den großen Namen, bei umfangreichen Verfahren gegen die Organisierte Kriminalität und bei illegalen Vermögen in Millionenhöhe.»

Ende August hatte die Landesregierung in Essen ihr Lagebild zur Clankriminalität 2020 vorgestellt. Dabei hieß es, dass die Behörden im Land im Kampf gegen die Familienbanden binnen vier Jahren 116 Haftbefehle erlassen hätten. Bei 1820 Kontrollaktionen seien 4500 Objekte kontrolliert worden. Das Ruhrgebiet sei von der Clankriminalität besonders betroffen.