Warum Friedrich Merz Wirtschaftsminister werden sollte

Annegret Kramp-Karrenbauer hört gern zu. Noch als CDU-Generalsekretärin reiste sie durchs ganze Land, um zu erfahren, wie die Partei wirklich tickt. Seit dem 7. Dezember ist sie nun unsere CDU-Vorsitzende. Eines ihrer erklärten Ziele ist es, alle Strömungen in der CDU zu hören und mitzunehmen, um eine Spaltung zu vermeiden.  Das ist wichtig und richtig, denn wenn wir unsere Partei voranbringen wollen, müssen wir zusammenhalten und arbeiten. Und wir brauchen die besten Leute in den führenden Positionen.

Zu den Besten gehört Friedrich Merz, der auf dem Hamburger Parteitag in der Abstimmung um den Vorsitz nur wenige Stimmen hinter AKK lag. Erfreulicherweise hat er trotz der Niederlage die Lust auf Politik nicht verloren. In einem Interview mit der „FAZ“ sagte er: „Ich bin bereit, an geeigneter Stelle daran mitzuwirken, dass wirtschaftsliberale und wertkonservative Inhalte stärker in die CDU eingebracht werden, damit die CDU wieder die starke Kraft der politischen Mitte wird.“

Für den liberal-konservativen Flügel der CDU ist das eine spannende Perspektive. Merz wäre aufgrund seiner Erfahrung und seines Know-hows eine Idealbesetzung für das Amt des Bundes-Wirtschaftsministers.

Globale Herausforderungen brauchen globales Denken, und der Jurist Merz denkt global. Er hat seit 2002 für diverse internationale Unternehmen gearbeitet. Er weiß somit, wie Firmen funktionieren und kennt auch die Herausforderungender digitalen Transformation; einen Bereich, in dem unser Land sich unbedingt bewähren muss, um international nicht zurückzufallen.

Von einigen Medien wurde es Merz zum Vorwurf gemacht, dass er in den vergangenen Jahren viel Geld verdient habe – eine ebenso törichte wie bornierte Denkweise. Denn es ist vielmehr so: Merz ist finanziell unabhängig. Als Minister würde er weniger als vorher verdienen, das wäre jedoch kein Problem für ihn, denn er will seinem Land etwas zurückgeben. Wir als CDU sollten diese Chance nutzen. Die Partei und Politik insgesamt benötigt nicht nur Berufspolitiker, sondern auch Frauen und Männer, die sich wie Merz außerhalb der Politik bewährt haben. Dies erhält und erneuert Akzeptanz und Glaubwürdigkeit unseres Tuns.

Die CDU muss zudem ihr Profil schärfen, um wieder Wahlergebnisse von 35 Prozent und mehr zu erzielen. Auch dazu könnte Merz als Minister einen Beitrag leisten. Die CDU war und ist Garantin für Sicherheit und einer Sozialen Marktwirtschaft 4.0, die wir angesichts der digitalen und globalen Herausforderungen klug und zeitgemäß formulieren müssen.

Es steht nicht mehr und nicht weniger als die Wettbewerbsfähigkeit Europas und Deutschlands auf dem Spiel. Diese Themen zu orchestrieren, ist Aufgabe der CDU und auch hier wäre Friedrich Merz eine wichtige Figur. Er könnte der CDU mit seinen Kenntnissen auch im Europawahlkampf im Mai 2019 helfen und sie in den folgenden wichtigen Wahlkämpfen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im September und Oktober unterstützen.

Angela Merkel hat zwar mitgeteilt, sie plane derzeit keine Änderungen im Kabinett.  Doch sie sollte ihre Haltung unbedingt überdenken. Die Kanzlerin und die neue  Partei-Vorsitzende sollten die Klugheit besitzen, den Wunsch der Mitglieder zu beachten und so einen erfahrenen und kompetenten Mann wie Merz einbinden – zum Wohle unseres Landes.