Oliver Kehrl über die Kritik der Handwerkskammer Köln an den Staus in der Region

Die Handwerkskammer Köln hat sich kritisch zu einem bekannten Problem geäußert: den Staus, in denen ihre Fahrzeuge in der Region regelmäßig stecken bleiben. Den Schaden, der daraus für das Handwerk in entsteht, taxiert die Kammer auf mittlerweile 300 Millionen Euro pro Jahr.

Geschäftsführer Ortwin Weltrich fordert den Landesbetrieb Straßenbau NRW auf, Autobahn-Baustellen fortschrittlicher zu managen. Es muss somit der Eindruck entstehen, die Landesregierung unternehme nichts, um die Verkehrsprobleme zu lösen. Und das ist falsch.

Richtig ist: Wir wissen, dass die Zustände schlecht sind. Deshalb bekämpft die Landesregierung NRW die Staus im Land mit großer Entschlossenheit. Erst wenige Tage ist es her, dass wir dazu einen Maßnahmen-Katalog beschlossen haben. Unser Verkehrsminister Hendrik Wüst verhandelt Verträge nach, damit Straßenbauprojekte schneller umgesetzt werdenkönnen. Unter anderem fordert er den Rund-um-die Uhr-Betrieb von Baustellen und belohnt schnelle Fertigstellung von Bauarbeiten mit einem Bonus.

Ein Vertreter des Handwerks sollte diese Initiative auch einmal loben. Wie es im Übrigen einige Unternehmer aus der Region schon getan haben.

Bei aller berechtigten Ungeduld sollte man die politische Tatkraft der Landesregierung nicht ignorieren. Trotz aller Entschlossenheit lassen sich Versäumnisse der vergangenen 30 Jahre nicht von heute auf morgen korrigieren. 30 Jahre, von denen fast 25 sozialdemokratisch geführt wurden. Und während derer das Verkehrsaufkommen in NRW stetig gewachsen ist.

Wir brauchen Unterstützung, damit wir die Verhältnisse gemeinsam zum Besseren wenden können. Pauschale Kritik bringt uns auch hier nicht weiter.