Oliver Kehrl über das erste Jahr im NRW-Landtag

Wie fällt das persönliche Fazit nach dem ersten Jahr als MdL in NRW aus?

Mein Leben hat sich geändert, natürlich zum Guten, weil ich in Düsseldorf helfen kann, Dinge zu bewegen und zu verbessern. Wir haben als CDU gesagt, dass wir das Land sicherer machen, das Bildungssystem wieder auf die Füße stellen wollen.  Und dass wir die Wirtschaft im Land stärken wollen. An alle den drei Punkten arbeiten wir sehr hart, und es sind schon viele Gesetze auf den Weg gebracht worden, die in die richtige Richtung weisen.

Hat sich Ihre Annahme bewahrheitet, dass sich die Arbeit des Unternehmers und des Politikers ähneln?

Ja und nein. Einerseits macht es Spaß, etwas zu bewegen, und das ähnelt meiner unternehmerischen Tätigkeit. Andererseits sind die Abläufe in der Politik wesentlich komplexer und bürokratischer, viel mehr Leute müssen eingebunden werden, als es in meiner Firma der Fall ist. Das ist ein großer Unterschied. Ich verstehe das natürlich, öffne mich gern und höre mir viele Argumente an.  Manchmal wünsche ich mir aber, dass es ein bisschen schneller geht, dass man schneller zu Entscheidungen kommen kann. Das betrifft nicht nur die Landespolitik, sondern gerade auch die Politik in der Stadt Köln.

Was haben Sie für Ihren Wahlkreis bereits erreicht?

Wir bekommen endlich eine Ortsumgehung für Meschenich. Daran haben auch meine Amtsvorgängerin Ingrid Hack von der SPD und viele andere Leute mitgewirkt. Es freut mich, dass hier etwas auf den Weg kommt. Ich habe mich gerade mit Andrea Blome, der Verkehrsdezernentin der Stadt Köln, unterhalten. Wir haben über Elektromobilität gesprochen und über eine Straßenbahn nach Rondorf. Das sind Punkte, an denen ich mitarbeite und helfen will, sie nach vorn treiben. Es sind zwei große Projekte, die wir vom Land aus begleiten können und müssen. Die Straßenbahn nach Rondorf braucht Landes- und Bundesmittel. Wir wollen den Stadtteil durch den Nahverkehr neu und besser erschließen. Und Elektromobilität hat sich die Landesregierung als einen der wichtigsten Bausteine vorgenommen, um in den Städten bessere Luft zu schaffen. Es geht um Elektrobusse, aber auch um Ladestationen für Elektroautos.

Was haben Sie sich für das zweite Jahr im Landtag vorgenommen?

Man ist im zweiten Jahr natürlich besser vernetzt und in die Themen eingearbeitet. Auf Basis der Kenntnisse und des Netzwerks kann man schneller und noch besser arbeiten, somit schneller etwas erreichen. Man sollte als einzelner Abgeordneter aber nie zu viel versprechen. Politik ist keine Ein-Mann-Veranstaltung. Wir arbeiten zusammen im Team und können auch nur im Team, zusammen mit den Parteifreunden, etwas erreichen. Im März bin ich zum Vorsitzenden des Stadtbezirks Rodenkirchen der CDU gewählt worden. Diese Aufgabe ist auch anspruchsvoll. Man muss alle Abläufe transparent halten, damit immer alle über alle Themen Bescheid wissen. Nur so können wir in allen Gremien unsere Politik richtig gestalten. Wir haben die jüngsten unschönen Geschehnisse in der Stadt Köln in lebendiger Erinnerung.

Transparenz ist keine Worthülse, Transparenz ist für mich in der politischen Arbeit von zentraler Bedeutung.

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